Fraktur
Eine Fraktur ist eine Verletzung des Skeletts. Bei der Heilung wächst der Knochen wieder zusammen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass sich die beiden Teile in richtiger Stellung zueinander befinden. Eine Ruhigstellung erfolgt konservativ, d.h. mit Hilfe eines Gipsverbandes oder einer Schiene, oder operativ. Klare Zeichen einer Fraktur sind: Fragmente aus der Wunde, Achsenfehlstellungen, abnorme Beweglichkeit und Knirschgeräusche der Bruchstelle. Bei Verdacht auf das Vorliegen einer Fraktur wird in der Regel eine Röntgenaufnahme notwendig.
Beispiele einer Fraktur - Ellenbogengelenkfraktur
Dabei handelt sich um eine Fraktur oder einen Abriss des Hakenfortsatzes (Olekranon) der Elle (Ulna) durch direkte Gewalteinwirkung auf das Olekranon bei einem Sturz auf das Ellenbogengelenk.
Es kommt unmittelbar nach der Verletzung zu einer starken
Schwellung sowie einer sehr schmerzhaften Bewegungseinschränkung des
Ellenbogengelenkes. Typischerweise ist der Streckapparat unterbrochen und das
freie Bruchende durch Muskelzug (Musculus triceps) nach oben, d.h. cranialwärts
verschoben (disloziert). Es werden Hinweise auf die Verletzung auch über der Haut zu
finden sein (Abschürfung, Prellmarke).
Weitere Informationen zur Therapie finden sie unter:
www.1-fraktur.de/ellenbogengelenkfraktur/
Fraktur - Humerusschaftfraktur
Bei einer Humerusschaftfraktur ist es möglich, vom Unfallmechanismus auf die Art der entstandenen Fraktur zu schließen. Eine direkte Gewalteinwirkung auf den Oberarmknochen wird zu Quer-, Biegungs- oder Stückfrakturen führen auch zu einem Weichteilschaden - eine indirekte Krafteinwirkung hingegen zu einem Dreh- oder Spiralbruch.
Es
finden sich typischerweise Bluterguss und Schwellung, Fehlstellung sowie eine
schmerzhafte Einschränkung der Beweglichkeit. Im Fall einer zusätzlichen
Nervenverletzung (Nervus radialis) bei der Humerusschaftfraktur kann es außerdem zu
einer „Fallhand“ kommen, das heißt, es kann die Hand im Handgelenk vom Patienten
nicht mehr (aktiv) gestreckt werden. Der Nervus radialis ist aufgrund seines
Verlaufes teils unmittelbar am Oberarmschaft bei einer Schaftfraktur
entsprechend gefährdet, in 10-20% der Fälle ist er daher mit verletzt. Es kann
sich dabei entweder um ein direktes Trauma mit Zerrung oder (seltener)
Zerreißung des Nerven handeln, aber auch um ein Anspießen des Nerven durch ein
Knochenbruchende. Aufgrund eben dieser anatomischen Gegebenheiten ist auch bei
dem Wiedereinrichten (Reposition) der Humerusschaftfraktur es besondere Vorsicht
geboten. Allerdings kann der Radialisnerv auch im weiteren Heilungsverlauf noch
beeinträchtigt werden, indem er von neugebildetem Knochengewebe (Kallus)
ummauert wird.
Weiter Informationen zur Therapie finden Sie hier:
www.1-fraktur.de/humerusschaftfraktur/
Fraktur - Femurschaftfraktur
Von einer Femurschaftfraktur, d.h. einem Schaftbruch des Oberschenkelknochens (Femur) spricht man bei einer Fraktur des Knochens auf einer Höhe zwischen der hüftgelenksnahen Trochanterregion und der Region suprakondylär, d.h. kniegelenksnah oberhalb der Gelenkrollen des Oberschenkelknochens.
Es ist die Einwirkung erheblicher Kräfte notwendig, z.B. im Rahmen eines Verkehrsunfalles oder auch bei einem Sturz aus großer Höhe. Als sog. pathologische Fraktur kann ein Oberschenkelschaftbruch allerdings auch bei Tumorpatienten auftreten, wo entweder der Tumor selbst oder eine Metastasierung, d.h. eine Absiedelung von Tumorzellen, zu einer Schwächung der Knochenstabilität geführt haben, sodass auch eine nur relativ geringe Krafteinwirkung („Bagatelltrauma“) zu einem Bruch führt bzw. es sogar zu einer „Spontanfraktur“ kommen kann.
Starke Schmerzen, eine Unfähigkeit zur Hüft- bzw. Kniebeugung sowie eine Verkürzung des Beines und/oder eine Verformung des Oberschenkels sind die typischen Zeichen einer Femurschaftfraktur. Insbesondere aber kann es grundsätzlich zu einem hohen Blutverlust kommen, bis hin zu einer vitalen Gefährdung des Patienten.
Zur klinischen Untersuchung ist grundsätzlich besonders zu achten auch auf eine mögliche Beeinträchtigung bzw. Schädigung von Motorik, Sensibilität und Durchblutung. Weitere Informationen zur Diagnostik und Therapie finden Sie hier: www.1-fraktur.de/femurschaftfraktur
Fraktur - Schlüsselbeinbruch
Dabei handelt sich um einen Bruch des (knöchernen) Schlüsselbeins, welches einerseits Kontakt zum Brustbein hat, hingegen mit seinem äußersten Ende ein Teil des Schultergelenkes darstellt.
Der Schlüsselbeinbruch kommt häufig vor (etwa 10 % aller Knochenbrüche). Er entsteht entweder durch eine direkte Gewalteinwirkung (Verkehrsunfall) und liegt dann meist im mittleren Bereich des Schlüsselbeines. Aber auch ein indirektes Trauma mit seitlicher Stauchung des Schultergürtels, z.B. ein Sturz auf die Schulter (Rennradfahrer) kann einen Schlüsselbeinbruch verursachen.
Es besteht eine oft erheblich druckschmerzhafte Schwellung über der Bruchstelle sowie eine schmerzhaft eingeschränkte Armbeweglichkeit, auf der betroffenen Seite hängt die Schulter herab und die Schulterbreite ist vermindert. Häufig lässt sich eine Stufe über dem Schlüsselbein tasten und das schultergelenkferne Bruchende wird durch Muskelzug nach oben gezogen. Das Betasten der Bruchstelle erzeugt eine schmerzhafte Krepitation (Reiben der Bruchenden aneinander). Es ist auf eine mögliche Mitverletzung der Gefäße und Nerven zu achten. Weitere Informationen zur Diagnostik und Therapie finden Sie unter: www.1-fraktur.de/schluesselbeinbruch
Fraktur - Unterarmschaftfraktur
Von einer Unterarmschaftfraktur spricht man, wenn beide Unterarmknochen, also Elle (Ulna) und Speiche (Radius) gebrochen (frakturiert) sind. Als sog. „Parierverletzung“ werden die isolierten Schaftbrüche von Elle oder Speiche angesprochen. Spezielle Verletzungsmuster sind nach Monteggia (Proximale Ulnaschaftfraktur und Luxation des Radiusköpfchens) bzw. Galeazzi (Radiusschaft-fraktur und Luxation der Ulna im distalen Radioulnargelenk) benannt.
Am häufigsten sind direkte Gewalteinwirkungen, für die isolierten Radius- bzw. Ulnaschaftfrakturen typischerweise im Sinne einer „Parierverletzung.“
Man spricht von sicheren und unsicheren
Frakturzeichen. Für einen Bruch der Unterarmknochen sichere Frakturzeichen
sind eine Fehlstellung des Unterarmes, eine Krepitation (Reiben) im
Frakturbereich sowie ggf. sichtbare Knochenenden (offene Fraktur). Unsichere
Zeichen, d.h. nicht beweisend für das Vorliegen eines Knochenbruches, sind
Schmerzen und Schwellung bzw. Bluterguss über dem Unterarm und eine (z.B.
schmerzbedingte) Funktionseinschränkung.
Zur klinischen Untersuchung ist unbedingt zu achten auch auf Sensibilitätsstörungen und Muskelkraftverlust als Hinweis auf eine Mitverletzung von nervalen Strukturen (Nervus medianus, Nervus radialis) sowie auf die Durchblutungssituation (Gefahr der Gefäßverletzung, d.h. es müssen auch die arteriellen Pulse getastet werden können. Besonderes geachtet werden muss außerdem auf das mögliche Auftreten eines Kompartmentsyndroms. Es handelt sich dabei um eine durch mehrere Faktoren bedingte Erhöhung des Gewebedruckes (z.B. Einblutung in die Muskelgruppenräume), die zu einem vorübergehenden oder dauerhaften Funktionsverlust von Muskeln und Nerven bis hin sogar zu einer Gewebezerstörung führen kann und rasches ärztliches Handeln mit operativem Eingriff erforderlich macht. Weitere Informationen zur Therapie finden Sie unter: www.1-fraktur.de/unterarmschaftfraktur


